Eine Sprunggelenksprothese ist dann angezeigt, wenn nicht operative Maßnahmen wie Injektionen, orthopädische Schuhversorgung und Einnahme von NSAR – nicht steroidalen Antirheumatika – wie Diclofenac, Acemetacin, Naproxen ein tolerables Schmerzniveau nicht mehr erreichen können. Auch Schuhe mit einem Design wie der MBT Schuh mit guter Fersendämpfung und einem Design mit einer Mittelfußrolle können günstig bei Arthrose des Sprunggelenkes sein. Wenn der Patient sich in seiner Lebensqualität deutlich eingeschränkt fühlt und andere Maßnahmen nicht mehr möglich sind, sollte heute eine Sprunggelenksprothese eingesetzt werden. Bei Gelenkzerstörung wie Rheuma und Ablagerungen bei Stoffwechselerkrankungen ist der Gelenkersatz eine gute Möglichkeit, die Belastung früh zu erreichen und die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk zu erhalten.

Tibiakomponente2

Tibiakomponente mit Knochentrabekeln die auf die Dübel konvergieren

Die neueren Sprunggelenksprothesen weisen ein 3 Komponenten Design auf. Auf der Unterschenkelseite (Tibia) wird eine Platte mit Dübeln oder einem Stiel cementfrei eingesetzt. Auf das Sprungbein (Talus) wird eine Kappe ebenfalls zementfrei aufgebracht. Zwischen beiden Komponenten bewegt sich eine Polyäthylen Scheibe die vorwärts rückwärts geführt gleitet und auf der Tibiakomponente rotieren kann. Die Metalloberfläche ist auf der Seite, die dem Knochen zugewandt ist mit einer rauen oder porösen Titanstruktur teils mit Hydroxylappatit beschichtet, um das Einwachsen und den innigen Verbund mit dem Knochen zu erzielen.

Bei Fehlstellungen des oberen Sprunggelenkes (OSG) sind Knochenverschiebungen, Sehnenlösungen und Sehnenversetzungen notwendig. Mit dieser von uns propagierten Weichteilbalancierung können auch schwerere Fehlstellungen im Sprunggelenk mit einer STAR Prothese versorgt werden. Der Innenknöchel wird verschoben und verschraubt und die Tibialis anterior Sehne kann versetzt werden. Auf der Aussenseite kann das Gelenk durch Versetzung der Peronealsehne stabilisiert werden.

Nachbehandlung:
Nach der Operation wird eine individuell angefertigte Kunststoffgipsschiene angefertigt. Je nach Weichteilbefund wird diese 2 – 6 Wochen belassen. Eine vorgefertigte abnehmbare Schiene wird danach angelegt. In der Regel wird eine äußere Schienung für 6 Wochen empfohlen. Die Aufnahme und Steigerung der Belastung wird individuell je nach intraoperativem Befund mit jedem Patienten besprochen. Die aktive Mobilisation des Sprunggelenkes wird danach voran getrieben und anders als bei anderen Gelenken ist die Wiedererlangung einer ausreichenden Beweglichkeit nicht ein entscheidendes Problem. Viele Patienten werden ambulant rehabilitiert.

Verlauf:
Wichtig ist uns die regelmäßige Wiedervorstellung in den folgenden Jahren, um Achsabweichungen früh zu erkennen und schmerzhafte Verkalkungen, die sich in einem Teil der Fälle bilden, beseitigen zu können. Nur in Einzelfällen haben wir Lockerungen in den vergangenen 10 Jahren beobachten können. Wechseloperationen der Prothese sind auf der Tibia und Talusseite möglich. Der Polyäthylenkern lässt sich relativ einfach austauschen. Eine Arthrodese nach Lockerung der Prothese haben wir bisher nur in einem Fall bei Knochennekrose unter der Taluskomponente bei einer insulinpflichtigen Diabetikerin vornehmen müssen.
Die überwiegende Zahl der Patienten ist überaus zufrieden und arbeitsfähig – auch als Busfahrer und Lageristen. Skifahren, Wandern, Skilanglauf und ähnliche Sportarten sind mit einer OSG-Prothese möglich.

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