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Plattfuß

Plattfuß – Knick-Senk-Fuß – Pes plano valgus

Zu unterscheiden sind angeborene Formen Vertikaler Talus von kindlichen und juvenilen Formen dem flexiblen Plattfuss und dem fixierten Plattfuss (Coalitiones) und den erworbenen Formen des Pes plano valgus des Erwachsenen AAFD adult acquired flatfoot deformity.

Der kindliche hypermobile Plattfuß hat eine hohe spontane Rückbildungsrate. Sportliche Kräftigung, spezielle Übungen aus dem Bereich der Spiraldynamik, stimulierende Aktiv-Einlagen und propriozeptive Einlagen können eine Verbesserung erbringen. Zwischen dem 6. und 12-14. Lebensjahr, vor Abschluss des Wachstums, kann eine kleine minimalinvasive Operation eine Wachstumslenkung hin zum Normalfuß erzielen.

Calcaneus stop Schraube – Sinus Tarsi spacer
Feste Plattfüße (Coalitio talocalcaneare Talo naviculare) mit Aufhebung der Rückfußbeweglichkeit zeigen Verwachsungen im Fersenbein, Sprungbein und Kahnbeinübergang. Wird dieses rechtzeitig erkannt, kann eine Lösung der Verwachsungen eine später notwendig werdende versteifende Operation verhindern.

Größere Fehlstellungen erfordern eine dreidimensionale Korrektur „Fuß-Dreifach-Knochenversetzung” (Fuß-Triple-Osteotomie) mit Verschiebung des Calcaneus nach innen, Verlängerung des Fersenbeins und somit Korrektur des Fußwurzel-Vorfußes nach innen und Absenkung des Mittelfußknochens nach unten (plantar fußsohlenwärts). Die verkürzte Wadenmuskulatur sollte in der Regel verlängert werden.

Plattfuß des Erwachsenen
Häufig kommen junge Erwachsene gut mit dem Plattfuß zurecht, andere fallen durch erhöhte Ermüdung beim Gehen und Laufen auf, es gibt aber durchaus Hochleistugssportler mit einem ausgeprägten Knicksenkfuß oder sogar Plattfuß.

  • Im höheren Erwachsenenalter zeigen diese Plattfuß-Patienten Folgezustände der Deformität:
  • Hallux valgus mit hypermobilem Mittelfuß-Fußwurzelübergang und Metatarsus primus varus.
  • Hallux rigidus steifes Großzehengrundgelenk auf Grund eines hochstehenden elevierten Metatarsale 1
  • Tibialis Posterior dysfunktion TPD

Die innen hinter dem Innenknöchel verlaufende Sehne wird vermehrt beansprucht, reißt schließlich ein und später dann komplett durch. Den Patienten fällt eine Schwellung und Schmerzen unter und hinter dem Innenknöchel auf. Auch kann ein Extraknochen im Verlauf der Sehne am Ansatz der Sehne am Kahnbein das Os tibiale externum zu Sehnenschmerzen führen und eine Funktionsstörung des Sehnenkomplexes im Sinne einer TPD induzieren.

Verschiedene Grade der TPD sind definiert

  • Grad 1 Reizung der Sehne
  • Grad 2 Sehnenschaden im Sinne des Partialrisses und flexibler Fehlstellung des Rückfußes
  • Grad 3 Sehnenriss und Innenbandrisse und fixierte Fehlstellung
  • Grad 4 gerissene Sehne mit fixierter Fehlstellung und Achsabweichung und Arthrose im oberen Sprunggelenk

Eine Verkürzung der Wadenmuskulatur, überdehnte Bänder in den Gelenken zwischen Keilbein Kahnbein und Sprungbein Fersenbein und Innenknöchel bis hin zu Überlastungen auf der Außenseite des Sprunggelenkes durch Knochenkontakt zwischen Wadenbein und Fersenbein bis hin zu Ermüdungsfrakturen des Unterschenkels werden beobachtet und bedürfen bei einer Operation der Beachtung und Therapie.

Der Standardeingriff setzt sich heute zusammen aus den Komponenten knöcherne Korrekturen und Weichteilmaßnahmen.

Knöcherne Korrektur:
Eine Fuß-Triple-Osteotomie mit Medialisierung des Calcaneus (Op n Gleich MCO medialisierende Calcaneus Osteotomie)

Verlängerung des Calcaneus Evans  und einer plantarisierenden Osteotomie des ersten Strahls mit einer Cotton-Osteotomie oder bei gleichzeitigem Metatarsus primus varus bei Hallux valgus einer Lapidus-Arthrodese.

Weichteilmaßnahmen:
Die Verkürzung der Wadenmuskulatur wird durch Achillessehenverlängerung , Gastrocslide  (Verlängerung im Bereich des Sehnenspiegels) oder einer Wadenmuskulatur Fascienverlängerung OP nach Baumann) vorgenommen.

  • Die Tibialis posterior Sehne kann repariert oder entfernt werden.
  • Die Bänder im Bereich des unteren und oberen Sprunggelenkes können gerafft und verstärkt werden.
  • Die Tibialis posterior Sehnen können durch den Flexor digitorum longus (langer Zehenbeuger) ersetzt werden.

Diese Art der Operation erfordert in der Regel eine Gipsruhigstellung von ca. 6 Wochen, um zur Ausheilung der Weichteile zu führen.

Alternativ gibt es minimalinvasive Verfahren die bei frühen Stadien zum Einsatz kommen. Hier wird über einen Minischnitt das Fersenbein durchtrennt und nach innen verschoben in Kombination mit einem Sinus tarsi spacer, der die Bewegung im unteren Sprunggelenk blockiert .

Autor: Dr. med. Christian Kinast

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