Nachbehandlung nach Plattfußoperation

Bei der Plattfußoperation werden Knochen durchtrennt, versetzt und zusammengeschraubt. Sehnen, Gelenkkapseln und Bänder werden abgetrennt und wieder angenäht bzw. angedübelt. In der Regel ist davon auszugehen, dass eine erste ausreichende Fixation der Knochen und der Bänder nach 6 Wochen eingetreten ist. In dieser Zeit dürfen Knochen und Bänder nicht übermäßig belastet werden. Die Verbindung zwischen Knochen und Bändern muss fest zusammen heilen, dieses braucht Zeit. Auch nach 6 Wochen sind diese Verbindungen noch weich und nicht stabil, sodass grundsätzlich 6 Wochen nicht belastet werden sollte und danach langsam die Belastungssteigerung vollzogen werden sollte. Dieses ist ein langsamer Prozess dem Rechnung getragen werden muss.  Das heißt, dass man nicht einfach nach 6 Wochen sagen kann, ich renne los und alles ist wieder gut, sondern es braucht Zeit bis die Knochen und Bänder wieder stabil sind.

Praktisch heißt das, 6 Wochen keine Belastung, 6 Wochen zunehmende Belastung, wobei häufig nach 8 – 10 Wochen manchmal wieder vollbelastet werden kann. Vollbelastung bezieht sich auf langsames und auch schnelleres Gehen. Laufen und Springen setzt den Fuß unter eine Belastung, die das fünffache bis zwölffache des Körpergewichtes betragen. Wenn der Fuß aus dem starr fixierenden Gipsverband heraus kommt, das kann zum Teil schon nach 2-4 Wochen der Fall sein, können Bewegungsübungen unbelastet durchgeführt werden. Das heißt, das Gelenk wird im unbelasteten Bereich hin und her bewegt.

Begonnen wird mit Übungen aus der Orthese nach Gipsabnahme, das bedeutet, der Aircast Walker wird abgenommen und der Fuß kann im Sprunggelenk hin und her bewegt werden und dies aktiv, passiv oder aktiv mit Verstärkung durch den Physiotherapeuten. Nach 6 Wochen können einwärts Drehungen, auswärts Drehungen des Fußes im Rückfuß vorgenommen werden. Nach abgeschlossener Wundheilung nach 2 Wochen können die Zehen im Gipsverband bewegt werden. Nach 6 Wochen ist die Mobilisation der Fußwurzel möglich, soweit diese nicht mit in die Rekonstruktion einbezogen wurde.

Bei der Cotton Osteotomie sollte dieses nach 6 Wochen beginnend möglich sein, bei einer gleichzeitig durchgeführten Lapidusarthrodese kann der äußere Fußstrahl mit dem 4. und 5. Zeh- und Mittelfußknochen bewegt werden und manualtherapeutisch behandelt werden. Auszusparen ist die Region der Fußwurzel 1 bis 3.

Bei der Plattfußoperation wird in vielen Fällen der Sehnenspiegel des Gastrocnemius, des großen Wadenmuskels, verlängert, die Anheilung braucht auch etwa 6 Wochen, sodass nach dieser Zeit zunehmend die Wadenmuskulatur belastet werden kann. Eine langsame Steigerung des Krafttrainings für den Gastrocnemius sollte nach 8 Wochen möglich sein. Nach 8 Wochen können Stabilisierungsübungen und weitere Kraftausdauerübungen begonnen werden, um die volle Belastungsfähigkeit zu erreichen. Die Schwellung des Fußes ist für mindestens 4-6 Monate anzunehmen. Der Aircast Walker und Kompressionstrümpfe können dazu beitragen, die Schwellung zurück zu drängen. Wenn der Aircast Walker durch normale Schuhe nach 8-10 Wochen ersetzt worden ist, kann weiterhin die Benutzung von Kompressionsstrümpfen förderlich für die Rückbildung der Schwellung sein.

Mit dem Fuß belastende sportliche Betätigungen können ab der der 12. Woche begonnen werden. Eine intensive sportliche Belastung ist ab 6 Monaten sinnvoll.

Dieses sind grobe Anhaltspunkte , im individuellen Fall müssen diese den individuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Autor: Dr. med. Christian Kinast

ORTHOPÄDIE ZENTRUM ARABELLAPARK MÜNCHEN (OZA)
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Über den Autor:

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Sportmedizin, Chirotherapie, zertifizierter Fuß- und Sprunggelenkschirurg der D.A.F. und der DGOU, Unfallarzt der BG >zum Arzt

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