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Verletzungen von Fuß und Sprunggelenk – beim Wandern keine Seltenheit

Für fast halb Deutschland gibt es nichts Schöneres als die Natur, die gute Luft und natürlich die beeindruckenden Panoramen auf den Bergen zu genießen. Zu Fuß, mit dem Rad, beim Klettern – für viele ist das Genuss, sportliche Herausforderung und Erlebnis zugleich. Neben einer geeigneten Tour, dem passenden Wetter und der richtigen Ausrüstung sind auch die eigenen Füße und deren Funktionieren eine wichtige Voraussetzung dafür, daß das Erlebnis zum Genuß und zum Erfolg wird. Es gilt, den Weg zu meistern – und das möglichst verletzungsfrei. Dass beim vermeintlich ungefährlichen Wandern dennoch Unfälle passieren, belegt die Statistik des Deutschen Alpenvereins: Im Jahr 2016 wurden 269 Wander-Unfälle registriert, davon 46% Stürze. Das mag bei den über 39 Millionen Wanderlustigen nach nicht vielen klingen – wenn Sie jedoch selbst davon betroffen sind, werden Sie wahrscheinlich anders denken …

Stürze sind oft die Folge von Verletzungen im Fußbereich – wenn der Fuß plötzlich wegknickt, ist der Sturz nicht mehr weit entfernt. Oft bestehen bereits Vorschäden – die nicht akut sind – jedoch durch falsche, plötzliche und ungewohnte Bewegungen zu einem Problem werden können.

Um welche Verletzungen es hier konkret geht, wie Folgen von Fehlbelastungen oder Überbelastungen vermieden werden können und was man im Vorfeld langer Wanderungen beachten sollte – und präventiv tun kann – weiß Frau Dr. med. Imke Fröhlich. Die erfahrene Fußchirurgin Frau Dr. Fröhlich ist Leiterin des renommierten Zentrums Fuß und Sprunggelenk München im Orthopädie Zentrum Arabellapark München (OZA) und selbst begeisterte Outdoor-Sportlerin. Ihr Team – das aus einer weiteren spezialisierten Fachärztin und einem TOP-Focus-Mediziner für orthopädische Chirurgie an Fuß und Sprunggelenk besteht – kennt durch langjährige Erfahrung im Bereich der Sportmedizin die typischen Krankheits- und Verletzungsbilder genau und findet Behandlungsmethoden, wo andere oft kaum noch Hoffnung sehen.

Es muss ja nicht gleich der Jakobsweg oder eine Alpenüberquerung sein …

Nur mal einen halben Tag ausspannen und eine schöne Wanderung unternehmen – da wäre es doch übertrieben, sich darauf vorzubereiten, oder? Tja, genau das ist ein weit verbreiteter Irrglaube! Dazu Frau Dr. Fröhlich: „Gerade bei untrainierten Menschen – die darüber hinaus über keine entsprechende Ausrüstung verfügen – sind Unfälle leider sehr häufig. Auch kommt es häufig zu Problemen durch Fehl- oder Überbelastung. Die meisten Menschen sind sich gar nicht über mögliche Fehlstellungen im Fußbereich (zum Beispiel zunehmende Schwächung und Verschleiß beim Knick-Senk-Spreizfuß oder Plattfuß, Instabilität im Bereich des Sprunggelenks, Hallux valgus oder Hallux rigidus, Hammerzehen oder auch Hohlfuß im Klaren – dann eine zu große oder falsche Belastung, und schon landen sie bei uns in der Klinik. Daher sollte auch bei leichten Wanderungen – oder bereits vorhandenen Beschwerden im Alltag – ein Orthopäde zu Rate gezogen werden.“

Wie man sich bettet, so läuft man …

Gerade, wenn Sie Vorschäden oder Beschwerden im Fuß- und Sprunggelenksbereich haben, sollten Sie ein besonderes Augenmerk bei der Ausrüstung auf Ihr Schuhwerk legen. Aus eigener Erfahrung weiß Frau Dr. Fröhlich: „Dass neue Schuhe eingelaufen werden müssen, ist den meisten Sportlern und Wanderern klar. Dass aber „zu gut eingelaufene“ – sprich alte und verschlissene Schuhe – ausgetauscht werden sollten, übergehen viele Sportler. Nach spätestens 700 bis 800 Kilometer sollte zum Beispiel ein Laufschuh ausgetauscht werden. Ein zu alter Schuh bietet oft nicht mehr ausreichend Stützung und Halt, der Fuß wird vom Schuh nicht mehr optimal unterstützt – und Verletzungen können die Folge sein. Ein Wanderstiefel sollte von Anfang an perfekt – also ohne Druckstellen, aber auch nicht zu locker – passen. Vor der ersten großen Tour sollte das Schuhwerk unbedingt richtig eingelaufen werden, damit es sich bestmöglich an die Füße anpasst. Ist beim Wanderer von vorne herein eine Fußfehlstellung bekannt – zum Beispiel Hohlfuß, Spreizfuß, Plattfuß oder auch eine Schädigung der Achillessehne Tibialis posterior Sehne oder Peronealsehnen (Steigbügelsehnen)– können orthopädische Schuheinlagen oder Bandagen das Wandern erleichtern und weiteren Schädigungen vorbeugen.“

Anzeichen, auf die Sie hören sollten …

Beim Wandern sind die Füße anderen Belastungen ausgesetzt, als bei normalem Gehen oder Laufen in ebenem Gelände. Gerade beim Bergabgehen sind die einwirkenden Kräfte – und damit die Belastung auf den Fuß – enorm hoch. „Anhaltende Schmerzen im Mittelfuß (Metatarsalgie) können zum Beispiel schon durch einen eingeengten Mittelfuß im Schuh auftreten – aber auch Anzeichen für einen Spreizfuß sein, eine Entzündung im Mittelfußknochen durch mechanische Überlastung oder auch Reizungen der Mittelfußköpfchen und der Gelenke. Veränderungen der Nerven können zu immer wiederkehrenden messerartigen Nervenschmerzen führen (Morton Neurom/Neuralgie). Die Beschwerden können häufig in Kombination mit einer Großzehenfehlstellung (Hallux valgus, Hallux rigidus), Hammerzehe oder Schneiderballen auftreten.  Beim Hallux valgus zum Beispiel wird der erste Mittelfußknochen verändert und belastet – das führt nicht selten zu Überlastungsbeschwerden der benachbarten Mittelfußknochen. Schmerzen unter dem Großzehenballen können auf eine Reizung – oder sogar Stressfrakturen der Sesambeine – zurückzuführen sein. Menschen mit Plattfuß können schmerzhafte Schwellungen im Bereich der innenseitigen Steigbügelsehne entwickeln (Tibialis posterior Syndrom). Auch kann es vermehrt zu Schmerzen unterhalb des Außenknöchels kommen (Sinus tarsi Syndrom). Achillessehnen werden besonders beim Bergaufgehen beansprucht. Folge können schmerzhafte Schwellungen, aber auch Einrisse sein. Sollte der Wanderer verstärkt Schmerzen in diesen Bereichen verspüren, ist es ratsam, einen Orthopäden aufzusuchen“, so die Expertin.

Unser Tipp: Machen Sie den Fuß-Check!

Wer mit dem Auto eine längere Ferienreise plant, lässt sein Auto vorher durchchecken. Kein verantwortungsvoller Skipper startet einen Segeltörn ohne vorherigen Check des Bootes. Warum dann nicht ein eingehender Check der Füße vor einer längeren Wanderung, um das Risiko von möglichen Problemen oder sogar Verletzungen zu minimieren? Aus diesem Grund haben wir vom OZA den Fuß-Check eingeführt. Anhand einer kurzen Untersuchung des Fußes, der Gelenke und Sehnen können wir feststellen, ob Sie fit für den nächsten Gipfel sind oder wie Sie sich fit oder noch fitter machen können.

Ergänzend können funktionelle Untersuchungen, wie die dynamische Pedobarographie mit Videoanalyse sowie bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, DVT) unmittelbar vor Ort von den Spezialisten durchgeführt werden. Die Ergebnisse können auch wichtige Hinweise für die Herstellung und Anpassung individueller Schuheinlagen oder Schuhzurichtungen geben. Wichtig ist Frau Dr. Fröhlich die Zusammenarbeit und Betreuung ihrer Patienten durch engagierte und qualifizierte Orthopädieschuhmachermeister. Individuelle Auswahl und Anpassung der Fußbettzurichtung (Einlagen) ist elementar für den Erfolg und die Zufriedenheit in der Versorgung.

Gezielte Übungen und Trainings sind auch wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Fußgesundheit. Immerhin müssen etwa 27 Knochen je Fuß von unzähligen Muskeln und Sehnen zusammengehalten und koordiniert werden.

Viele Fußfehlstellungen können bei frühzeitiger Erkennung korrigiert werden, um so ein schmerzfreies Gehen – oft auch – ohne Operation möglich zu machen.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und vor allem schmerz- und unfallfreie Wandersaison – und dass es nach jeder Wanderung heißt: GUT GELAUFEN!

Frau Dr. Fröhlich steht Ihnen – mit ihrem Team des Orthopädie Zentrum Arabellapark – bei Fragen rund um die Fußgesundheit gerne mit Rat und Tat zur Verfügung! Vereinbaren Sie einfach einen persönlichen Termin unter 089 – 99 90 97 8-0 oder senden Sie eine E-Mail an info@oza-m.de

Über den Autor:

Fachärztin für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Sportmedizin, zertifizierte Fuß- und Sprunggelenkschirurgin der GFFC, Manuelle Medizin/Kinesiologisches Taping >zur Ärztin