Prof. Hamel und Dr. Nell bei der 30. Jahrestagung der Vereinigung für Kinderorthopädie

Prof. Hamel und Dr. Nell vom Zentrum Fuß und Sprunggelenk München nahmen vom 10. – 12. März 2016 in der Ludwig-Maximilians-Universität-München bei der 30. Jahrestagung der Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO) teil.

Prof. Hamel und Dr. Nell waren mit dem Vortrag über „Erfahrungen und Ergebnisse der operativen Behandlung der Coalitio talocalcanearis in 80 Fällen aus einem 13-Jahres-Zeitraum“ am wissenschaftlichen Programm vertreten. Zudem präsentierten Dr. Nell und Prof. Hamel ein Poster zum Thema „Supramalleoläre Valgus-Deformität bei partieller Nekrose der distalen Tibiaepiphyse“.

Zusammenfassung von Prof. Hamel:

Die Behandlung der talocalcanealen Coalitio im Kindes- und Jugendalter ohne und mit Planovalgus-Deformität wird kontrovers diskutiert.

Im Zeitraum von 2002 bis 2014 wurden vom Erstautor 80 operative Behandlungen bei talocalcanearer Coalitio vor Ende des 18. Lebensjahres durchgeführt. Ziel der Arbeit ist eine retrospektive Analyse insbesondere der unerwünschten Ergebnisse.

Patienten mit einer Mindestbeobachtungszeit von 12 Monaten wurden einbezogen (im Mittel 35,7 Mon.). Es handelte sich um 31 Fälle, in denen eine Resektion der Coalitio mit Fett-Interposition durchgeführt wurde (Gruppe 1), weitere 26 Resektionen mit zusätzlicher Stellungskorrektur durch tarsale Osteotomien (Gruppe 2) und um 23 primäre talocalcaneare Arthrodesen (Gruppe 3).

In Gruppe 1 fand sich ein Patient mit frühem Behandlungsabbruch bei persistierendem Peronealspasmus, zwei Patienten mit noch erheblichen Belastungsschmerzen nach 15 Monaten und ein Fall, in dem eine sekundäre Arthrodese durchgeführt wurde. In Gruppe 2 wurde bisher bei zwei Patienten das Talocalcaneal-Gelenk wegen persistierender Beschwerden sekundär versteift, bei vier weiteren wurde dies angeboten. In Gruppe 3 wiesen zwei Patienten noch deutliche Restbeschwerden nach abgeschlossener knöcherner Heilung der Arthrodesen auf, einer von diesen beiderseits. Alle anderen Patienten hatten bei der letzten Kontrolle keine oder nur geringe Beschwerden mit deutlicher Besserung gegenüber präoperativ.

Die operative Behandlung der talocalcanealen Coalitio im Kindes- und Adoleszentenalter ist in den meisten Fällen zumindest kurz- bis mittelfristig erfolgreich. Die Differential-Indikation von Resektion, zusätzlicher Deformitäten-Korrektur durch Osteotomien oder primärer Fusion erscheint von besonderer Bedeutung für diese Patientengruppe.


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Programm 10. Jahrestagung VKO

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