Gesund Golfen Medizinjournal

GESUND GOLFEN-EXPERTE DR. MED. A. NEUMANN

»Relax? How can anybody relax and play golf ?
You have to grip the club, don’t you?« Ben Hogan (American Golfer. 1912  – 1997)

Jeder Golfunterricht startet mit dem Griff. Die Position der Hand am Golfschläger ist von fundamentaler Bedeutung für den Golfschwung. Die Hand koppelt den Golfschläger an den Golfer. Sie ist ein sensibles Multifunktionsorgan, welches dem Golfer Rückmeldung über den Ballkontakt gibt, aber auch direkt verletzt oder durch chronische Überlastung geschädigt werden kann.

Hand

Die Handgelenks-Aktion – wrist action – wird als sehr wichtig erkannt, aber wahrscheinlich häufig fehlinterpretiert als aktive willkürliche Komponente des Golfschwunges. Auch dies ist Anlass von Beschwerden im Handgelenk. Die Ansprechposition wird beeinflusst von den physischen Komponenten des Golfers, Schlägerlänge und Lie-Winkel. Hierdurch wird die Position des Griffs in der Handfläche bestimmt.

Schmerzen in der Hand

© Andreas Haertle/fotolia.de

Offensichtlich ist also, dass einerseits die individuelle Technik des Golfschwungs und Komponenten des Schlägers, andererseits aber auch der Kontakt mit dem Boden oder der Abschlagmatte hier Auswirkungen auf die Belastungen von Hand und Arm haben können.

Die typische akute Golfverletzung ist der Bruch des Hakenbeines durch Einwirkung des Schlägergriffes auf diesen Knochenvorsprung beim harten Auftreffen des Schlägers in den Boden. Am besten ist diese Verletzung auf einer Computertomographie zu erkennen und durch Ruhigstellung von vier Wochen zu heilen.

Die vorwiegend seitliche Bewegung des Handgelenkes – eine speichen-ellenwärts gerichtete Bewegung in Kombination mit der einwärts auswärts gerichteten Bewegung der Führungshand und entsprechender Bewegung mit der anderen Hand – führt zu einer ungewohnten Belastung des ellennahen Anteils des Handgelenkes. Hier werden Reizungen und Teileinrisse der dort liegenden wichtigen Strecksehne gefunden. Liegen Vorschäden des ellenseitigen Handgelenkes vor, wie Einrisse des Handgelenkmeniskus, treten hartnäckige Beschwerden auf, die behandelt werden müssen, unter Umständen arthro­skopisch.

Eine Vielzahl von Golfern hat in höherem Lebensalter degenerative Vorschäden, wie Arthrosen in den Fingergelenken und im Handgelenk. Durch Belastung dieser Strukturen kann es zur Überreizung und Aktivierung der Arthrose kommen. Eine vorübergehende Schonung und Verbesserung der Golftechnik kann hier ­Abhilfe schaffen. Bei therapieresistenten Beschwerden können Operationen durch Entnahme von arthrotischen Gelenkanteilen oder auch durch stabilisierende Operationsverfahren den Golfer wieder zu seinem geliebten Golfspiel zurückführen.

Durch ungewohnte Überbeanspruchung kann es zur Überlastung von Sehnen im Sehnenkanal kommen. Häufig findet sich das im Verlauf des am Daumen liegenden Strecksehnenfaches mit Reizung der Sehnen des Abduktor pollicis longus und des Extensor pollicis brevis.

Die häufigen Beschwerden am Ellbogen sogenannter Golfer- und Tennisellbogen kommen durch Überlastung des Knochen-Muskelüberganges durch zu hohe Spannung des Muskels zu Stande. Ein zu starker Griff oder Fehlbelastungen durch falsche Schwungtechnik oder auch durch Fehlhaltungen im Bereich der Halswirbelsäule sind Auslöser für diese häufig hartnäckigen Beschwerden. Der interdisziplinäre Ansatz mit Änderung der Golfschwungtechnik, physiotherapeutischer osteopathischer Therapie und ärztlicher orthopädischer Therapie ist hier erforderlich. Nur extrem selten muss hier operativ eingegriffen werden. Vorbeugend sind Dehnungsübungen und Beachtung der Grifffestigkeit notwendig.

T. Armond, ein berühmter Golfprofi, sagte: »Stell Dir vor, du hältst einen Vogel mit den Händen fest – nicht zu fest, aber auch nicht zu locker.«

Neumann

Der Autor: Dr. med. Axel Neumann hat als erster Chirurg im süddeutschen Raum die endoskopische  Karpal­tunneloperation und dann schon 1992 in München die Arthroskopie im Handgelenk eingeführt – mit mittlerweile mehr als 6000 Eingriffen dieser Art. Der Präsident des Bundesverbandes für Ambulantes Operieren e.V. ist Autor vieler Fachreferate zu diesem Thema weltweit und bildet seit mehr als zehn Jahren Fachärzte aus aller Welt in der Durchführung dieser Technik aus.

Kontakt:
Dr. med. Axel Neumann
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Orthopädie Zentrum Arabellapark
Englschalkinger Str. 12
81925 München
Telefon: +49 89 999 09780
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