Gesund Golfen Medizinjournal

Der Gesundheitsaspekt des Golfens wird in erster Linie durch zügiges Gehen erfüllt.

Etwa 50 Prozent der Golfspieler sind über 50 Jahre, viele leiden unter Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Nur wenn Golfer gut zu Fuß sind, können sie etwas für ihre Gesundheit tun.

Im Bereich des Sprunggelenkes und Rückfußes können Arthrose und Sehnenverschleiß neben unmittelbaren Verletzungsfolgen zu Beschwerden führen.

Achillessehne:
Schmerzhafte Verdickungen durch Überlastung im Verlauf der Sehne oder am Ansatz an der Ferse entstehen durch Minirisse in der Achillessehne. Ein wesentlicher Faktor dabei ist eine verkürzte Wadenmuskulatur. Regelmäßiges Stretching kann dem vorbeugen und erwiesenermaßen zur Heilung beitragen. Stoßwelle, orthopädische Einlagen und Injektionen können den Heilungsprozess unterstützen. Sehr selten ist die operative Entfernung von Sehnenmaterial, Verkalkungen, Schleimbeutel und knöchernen Anteilen des Fersenbeins notwendig.

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Die Plantarfascie:
diese Sehnenplatte, setzt unten am Fersenbein an und kann ganz ähnlich, wie der Achillessehnenansatz, Minieinrisse zeigen und sich verdicken und verknöchern und einen Fersensporn bilden. Die Therapie entspricht weitgehend den Maßnahmen, die bei Achillessehnenveränderungen erwähnt wurden.

Bei vorbestehendem Knick-Senkfuß und bei Überlastung kann es zum Verschleiß der Tibialis posterior Sehne kommen. Die Sehne auf der Innenseite des Fußes verdickt sich, bis sie teilweise nach und nach und später völlig reißen kann. Dieser langsam zunehmende Sehnenschaden wird als Tibialis posterior Dysfunktion bezeichnet. Auch die Tibialis anterior Sehne kann ähnliche Schädigungen aufweisen. Die nichtoperative Therapie ist bei aktiven Personen selten erfolgreich und wenn erst einmal ein deutlicher Schaden vorliegt nur mit Knochenumstellungen und Sehnenversetzungen zu heilen. Beim Hohlfuß und nach wiederholten Sprunggelenksverrenkungen kann es zu Schädigung der Aussenbänder des Sprunggelenkes kommen. Die hinter dem Wadenbein verlaufenden Peronealsehnen können über den Knochen rutschen und einreißen. Auch kann es zu Knochen- und Knorpelschädigungen am Sprung- und Fersenbein kommen, die verzögert zu Beschwerden führen.

Am häufigsten ist die Golferin durch Beschwerden im Bereich des Vorfußes behindert. Der vorstehende Kopf des ersten Mittelfußknochens bildet zusammen mit einem Schleimbeutel den geröteten Ballen auf der Innenseite des Vorfußes, auf der Außenseite drückt der Kleinzehenballen im Schuh. Wenn weite Schuhe nicht mehr Abhilfe schaffen, kann nur die Operation mit einer Knochenversetzung helfen. Diese sollte nicht erst dann vorgenommen werden, wenn schon die übrigen Zehen durch den Hallux valgus zu Hammerzehen verkrümmt worden sind. Die angeborene Fußform mit einer Überlänge der Mittelfußknochen und Hammerzehen führt zu einer Druckerhöhung und Überlastung der Kleinzehengrundgelenke. Die hierdurch bedingten Spreizfußbeschwerden (Metatarsalgie) können durch steifsohlige Schuhe und orthopädische Einlagen gemildert werden. Wichtig wäre hier auch eine vorbeugende Fußgymnastik mit Kräftigung der Fußmuskulatur durch Barfußgehen und Dehnungsübungen für die Zehenstrecker und -Beuger. Leider wird der Fuß, mehr wie der Rücken, jahrelang vernachlässigt und man erkennt das erst Problem, wenn die Gelenke zu Hammerzehen versteift sind.

Minimal invasive Chirurgie und gute örtliche Schmerztherapie haben die operative Therapie dieser Fehlstellungen deutlich besser tolerierbar gemacht, sodass man danach gehfähig und auch Golfspielen in gewissem Umfang nach sechs Wochen und früher wieder möglich ist.

Arthrose bezeichnet den Knorpelverschleiß eines Gelenkes mit der Folge von Entzündung der Gelenkinnenhaut, Schwellung und Knochenwucherung an den Gelenkrändern. Am Großzehengrundgelenk wird das als Hallux rigidus bezeichnet. Auch hier ist eine gelenkerhaltende Operation in frühen und auch weiter fortgeschrittenen Stadien möglich. Steifsohlige Schuhe, Einlagen und knorpelaufbauende Spritzen sind möglich, können die Situation aber nicht nachhaltig heilen. Arthrose der Fußwurzelgelenke und im Bereich des Rückfußes sind im Stadium der nicht tolerierbaren Schmerzen nur durch eine versteifende Operation zu behandeln. Immer häufiger werden bei der Arthrose des oberen Sprunggelenkes achskorrigierende Operationen und bei begrenzten Knorpelschäden Knorpelersatz mit Knorpelwachstum stimulierenden Membranen (AMIC) vorgenommen. Wir führen den Ersatz des oberen Sprunggelenkes mit einer OSG Endoprothese schon seit mehr als 12 Jahren erfolgreich durch und haben schon manchem fußlahmen Golfer wieder auf die Füße geholfen und ihm beschwerdefreies Golfen ermöglicht.

Der biomechanisch gute Schwung braucht gute Fußarbeit, wie dies in einem Zitat von der Golferlegende JACK NICKLAUS zum Ausdruck gebracht wird: „Good foot action is the mark of an accomplished golfer. All timing, distance, and direction comes out of the lower body with the feet leading the way.“

Kinast

Der Autor: Dr. med. Christian Kinast:
Der Autor ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Sportmedizin. Er spielt seit 10 Jahren Golf Hcp 14,5 im Golfclub München Eichenried und möchte die Gesundheitsaspekte des Golfens verstärkt ins Zentrum der Wahrnehmung rücken. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Golfakademie München Eichenried und Open 9 mit eigenem sporttherapeutischen Institut.

Kontakt:
Dr. med. Christian Kinast
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Orthopädie Zentrum Arabellapark
Englschalkinger Str. 12
81925 München
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