Durch endoskopische und mikrochirurgische Operationstechniken können mit kleinen Hautschnitten Bandscheibenvorfälle (Prolaps) und Engen (Spinalkanalstenosen) der Lendenwirbelsäule gewebeschonend beseitigt werden.
Definition des Bandscheibenvorfalls
Grundsätzlich kann zwischen Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) und Bandscheibenvorfall (Prolaps) unterschieden werden. Beim Prolaps kann sich das Bandscheibengewebe vollständig von der Bandscheibe lösen, was dann Sequester bezeichnet wird. Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen können durch Druck des Bandscheibengewebes auf Nerven verursacht werden.
Definition der Spinalkanalstenose
Durch Alterung der Bandscheiben und die langjährige Belastungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) können diese zum Verschleiß führen (Arthrose). Es kommt – genau wie auch beim Verschleiß an Knie- und Hüftgelenken - zu Wucherungen von Knochen am Rande der Gelenkflächen. Hierbei kann es zu deutlichen Einengungen des Rückenmarkkanals und / oder der Zwischenwirbellöcher kommen.
Im Vordergrund stehen Schmerzen in den Beinen, die mit zunehmender Gehstrecke stärker werden, die sogenannte „Claudicatio spinalis“. Die schmerzfreie Gehstrecke wird mit der Zeit immer kürzer und kann auf wenige Meter absinken. Der Patient muss stehen bleiben, sich nach vorne beugen oder sich gar unterwegs hinsetzen um den Schmerz zu lindern.
Indikationen zur Operation
Beim Vorliegen von Lähmungen der Blase oder des Darms sowie bei ausgeprägten Lähmungen der Beine oder Arme besteht eine dringende Notwendigkeit zur zügigen operativen Versorgung, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Bei leichten Lähmungen oder starken Schmerzen, die über mehrere Wochen bis Monate anhalten, besteht eine eingeschränkte Notwendigkeit (relative Indikation) zur operativen Therapie.
Endoskopische operative Eingriffe

- Endoskopische Bandscheibenoperation

- Hautschnitt nach Operation
Während vor wenigen Jahren noch große Schnitte benötigt wurden, so ist heute der Zugang zur Bandscheibe unter Verwendung eines Endoskops und spezieller Instrumente über eine nur etwa 5 Millimeter lange Schnittlänge möglich. Hierdurch wird durch Entfernen des Bandscheibenvorfalls die komprimierte Nervenwurzel entlastet und eine rasche Beschwerdebesserung für den Patienten erzielt. Ein großer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Bandscheibenvorfall durch sehr kleine Schnitte ohne Ablösung von Muskeln oder Bändern erreicht werden kann. Dadurch wird das Risiko von Verwachsungen und Narbenbeschwerden minimiert.
Insgesamt ist die endoskopische Bandscheiben-Operation eine sehr schonende, minimal-invasive Methode, mit der etwa 60 % aller Bandscheibenvorfälle sicher entfernt werden können. Etwa 40 % der Bandscheibenvorfälle liegt so ungünstig, dass hier die mikrochirurgische Operationstechnik gewählt wird. (Siehe unten)
Mikrochirurgische operative Eingriffe

- Bandscheibenvorfall
Bei der mikrochirurgischen Operation, für die wir ein Operationsmikroskop verwenden, wird möglichst schonend vorgegangen. Dabei wird nach einem etwa 2-3cm großen Hautschnitt teilweise Muskulatur sowie Bänder abgelöst und das vorgefallene Bandscheibengewebe entfernt, wobei die Nervenwurzel dabei entlastet wird.
Bei Spinalkanalstenosen hat das operative Vorgehen das Ziel, den knöchernen Wirbelkanal auf die ursprüngliche Weite zu vergrößern, um den Nervenstrukturen wieder genug Raum zu verschaffen. Der Eingriff wird als spinale Dekompression bezeichnet. Die Knochenwucherungen, die die Spinalkanalstenose und Nerveneinengungen verursachen werden mit Hilfe des OP- Mikroskops mikrochirurgisch abgetragen.
Nachbehandlung
Während eines kurzen stationären Aufenthalts von 3-5 Tage bekommen die Patienten durch Physiotherapeuten nach der Operation rückengerechtes Verhalten und Wirbelsäulenstabilisierende Übungen vermittelt. Ein Mieder oder Korsett ist meist nicht notwendig. Wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten müssen für 6 Wochen vermieden werden, anschließend kann eine Anschlußheilbehandlung (AHB) auf Wunsch des Patienten durchgeführt werden.






