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Hallux rigidus


Liebe Patientin, lieber Patient,

hierbei handelt es sich um ein steifes oder bewegungseingeschränktes (Hallux limitus) Großzehengrundgelenk. Ursächlich kann eine unfallbedingte Schädigung des Gelenkes sein, eine Osteochondrosis dissecans, eine ungünstige Blomechanik des Gelenkes mit langem oder hochstehendem Mittelfußköpfchen, langem Großzeh und einer ererbten Neigung zum Gelenkverschleiß (Arthrose) sowie eine Stoffwechselstörung (Gicht).

Operationsverfahren

Im Stadium 1 kann versucht werden, durch Entfernung von entzündeter Gelenkinnenhaut und Knorpelläppchen offen oder mittels arthroskopischer Technik eine Beschwerdebesserung zu erzielen. Im Stadium 2 kommen eine Vielzahl von Methoden zur Anwendung: Die Cheilektomie bezeichnet ein Verfahren, bei dem die Knochenwülste abgetragen werden. Dies kann mit einer teilweisen Entfernung der entzündeten Gelenkinnenhaut ergänzt werden. Eine Knochenkeilentnahme an der Fußrückenseite des Großzehen verbessert die eingeschränkte Überstreckung der Großzehe beim Abrollen. Die Biomechanik des Gelenkes kann durch die gelenkerhaltende Verkürzung des Großzehen, das bodenwärts und verkürzende Versetzen des Mittelfußköpfchens, verbessert werden. Die Kombination aus Cheilektomie, Abschleifen und Anbohren des knorpelfreien Mittelfußköpfchens, einer schrägverlaufenden Entfernung der Grundgliedbasis und der Implantation eines Metallplättchens (temporärer Spacer), welches nach einigen Monaten wieder entfernt wird, erbringen im Stadium 2 und 3 befriedigende Ergebnisse. Bei Arthrose Stadium 3 und 4 werden alternativ angewendet: 1.) Operation nach Brandes: Hierbei werden die Knochenwülste entfernt, der körperferne Teil des Großzehengrundgelenkes herausgenommen und Kapselgewebe eingenäht; 2.) Versteifung des Gelenkes mittels Schrauben, Klammern oder Platte in Funktionsstellung; 3.) das künstliche Gelenk (Totalendoprothese, TEP).

Spezielle Probleme

Die bleibende schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Gelenkes ist das vorrangige Problem bei allen die Beweglichkeit des Gelenkes erhaltenden Verfahren. Bei der Versteifung kann es zur verzögerten Heilung oder Falschgelenkbildung kommen. Das künstliche Gelenk kann durch frühzeitige Lockerung oder später bei Verschleiß schmerzhaft sein. Im Übrigen gelten die allgemeinen Komplikationsmöglichkeiten, die im Rahmen des Hallux valgus aufgelistet sind.

Prognose

Die Arthrodese erfordert die Ruhigstellung im Gips oder einen entlastenden Schuh. Die anderen Verfahren erlauben eine Nachbehandlung mit einem Schuh mit steifer Sohle, in dem nach der Operation voll belastet werden kann. Cheilektomie, die Operation nach Brandes, temporärer Spacer und TEP ermöglichen die frühe Vollbelastung im Normalschuh. Im Übrigen gelten die üblichen Feststellungen bei Fußoperationen. Grundsätzlich gilt für alle Stadien des Hallux rigidus, dass bei keinem Operationsverfahren dauerhaft eine uneingeschränkte Gelenkfunktion zu garantieren ist.

a) Stadium 1: keine Gelenkveränderung im Röntgenbild
b) Stadium 2: kleiner knöcherne Randwulst
c) Stadium 3: Knorpelverschleiß im Gelenk, Gelenkspaltverschmälerung, größere knöcherne Randwülste am Mittelfußköpfchen und Großzehenbasis
d) Stadium 4: aufgehobener Gelenkspalt, sehr große knöcherne Anbauten

 

 

Gelenkerhaltende Operationsmehtode im Stadium 2:

Cheilektomie – Knochenwulstentfernung am Mittelfußköpfchen, Kessel-Bonney-Moberg-Osteotomie – Knochenumstellung der Großzehenbasis und Fixation mit einem Gewindedrat